31 Aug 2008

Recycling

Was mache ich an einem Sonntag, an dem weit und breit kein ordendlicher Flohmarkt* zu finden ist? Verzweifeln? Nein – sinnvolle Bastelarbeiten.

Manche der Schallplatten, die ich an Land ziehe, sind dermaßen verdreckt, dass ich sie durch vorsichtiges Abstauben nicht sauber bekomme. Manuelle Reinigung mit lauwarmem Wasser und Mikrofasertuch wäre eine Lösung, aber das war mir zu einfach. Stattdessen habe ich Schraubenzieher, Zange, Säge und Stecheisen geschwungen, um mir eine Schallplatten-Waschmaschine zu bauen.

Die besteht hauptsächlich aus einem alten Pioneer-Plattenspieler, dessen Tonabnehmer-Nachführung kaputt ist und er deswegen eigentlich schon längst auf dem Sperrmüll hätte landen sollen. Als weitere Zutaten kommen noch etwas Holz aus der Lehne eines Pseudo-Ikea-Sessels, Aluminiumrohr aus einer alten Kaffeemaschine, Nylongarn, Pattex, ein paar Schrauben, Schrumpfschlauch, normaler Schlauch, ein altes Aleteglas und als Absaugdüse ein T-Schlauchverbinder hinzu. Als “Saug-Quelle” benutze ich den 60er-Jahre-Werkstattstaubsauger meines Vaters.

Die Theorie: Die Platte wird auf den Plattenteller gelegt und mit einer Reinigungsflüssigkeit befeuchtet, die dann die Platte reinigt und anschließend wieder abgesaugt wird. Als Reinigungsflüssigkeit nimmt man eine Mischung aus destilliertem Wasser, Propanol und einem Tropfen Spülmittel. Damit die abgesaugte Flüssigkeit im Staubsauger keinen Unfug anstellt, wird sie vorher in einem Glas gefangen.

Die Praxis: Destilliertes Wasser und Propanol sind nicht im Haus. Stattdessen nehme ich Leitungswasser und Brennspiritus (also vergälltes Ethanol). Den empörten Aufschrei aller Plattenfreunde, die diesen Artikel vielleicht lesen, ignoriere ich einfach mal eiskalt. Kalkspuren habe ich nicht festgestellt, und das Vergällungsmittel (irgendein Keton, wenn ich mich nicht irre) hat die bisher gereinigten Platten nicht zum Schmelzen gebracht, auch wenn es dazu durchaus imstande*³ wäre.

Ein Test (vorsorglich erst mit “Weihnachten mit Andrea Jürgens”, sie möge es mir verzeihen) war einigermaßen erfolgreich; nach etwas Feintuning war das Ergebnis dann durchaus zufriedenstellend. Mittlerweile habe ich noch “The Turn Of A Friendly Card” mit der Waschmaschine gesäubert, und die Platte sieht aus und hört sich an als käme sie frisch aus dem Presswerk. Da aber die ganze Geschichte ziemlich aufwändig ist (Gerätschaften aufbauen, Flüssigkeit brauen, Lärm des Staubsaugers ertragen,…) werde ich sie aber nur in Ausnahmefällen einsetzen.


* In Kücknitz wäre einer gewesen, aber das ist mir zu weit weg*², und ich wollte auch mal ausschlafen…
*² Laut Google Maps etwa 5 Stunden Fußweg, Ermüdungserscheinungen nicht mit einberechnet
*³ Ja, ich glaube, das wird mittlerweile so geschrieben.


23 Aug 2008

Viel Wind und noch mehr Wetter

Ich hatte mich schon wochenlang auf das Eutiner Stadtfest gefreut – weil dann auch immer ein kolossaler Flohmarkt in der Stadt ist. Letztes Jahr war ich da, und ich beiße mir immer noch manchmal ins Knie, dass ich mir damals nicht die Beocenter 3500-Anlage gekauft habe, die ich damals für 30€ hätte haben können.

Mit großem Rucksack und einigen Ersatztaschen (ich hatte wirklich große Erwartungen) habe ich mich dann also trotz des sehr mäßigen Wetters nach Eutin aufgemacht. Besseres Wetter kam natürlich nicht, nicht ein trockener Augenblick. So gut wie alle privaten Händler waren vor dem Wetter geflohen und hatten das Feld fast kampflos den Professionellen überlassen.

Genau daran lag es dann wahrscheinlich auch, dass ich keinen einzigen Treffer gelandet habe. Ich habe insgesamt vielleicht drei Stände mit privat angebotenen Schallplatten gesehen, aber an Milva, 70er-Samplern und 90er-Clubmucke habe ich erstaunlich wenig Interesse.

Irgendwie lustig war es trotzdem (obwohl man ja eigentlich nicht über andere lachen sollte). Die Samtdeckchen der gewerblichen Antik-Händler waren verwässert und der Duschkabinenverkäufer kam sich bestimmt überflüssig vor. Leider habe ich es versäumt, von dem Schild für “Sonnenschein-Brot” ein Foto zu machen.

Morgen könnte ich bestimmt noch mal hin, aber das Wetter wird bestimmt nicht besser – und damit auch die Zahl der privaten Stände nicht größer. Und irgendwie ist mir dafür dann auch die Fahrt zu weit.


17 Aug 2008

Flohmarkt

Frisches Futter für meinen Plattenspieler!

  • Roxy Music – Manifesto
  • Glenn Miller and his Orchestra – wahrscheinlich Best-of-Compilation (für die Big-Bandigen Momente)
  • Alphaville – Forever Young
  • Jean Michel Jarre – Equinoxe

  • Supertramp – Even in the quietest Moments
  • Alan Parsons Project – Ammonia Avenue
  • Supertramp – Crime of the Century
  • Alan Parsons Project – The Turn of a friendly Card

Und außerdem noch: Alan Parsons – Eve, I ROBOT und Pyramid als “Ersatzplatten”, und ein unvollständiges Exemplar von Pink Floyd – The Wall, an dem mich eigentlich nur das Cover interessiert, das im Gegensatz zu meinem anderen Exemplar keinen Wasserschaden hat.

Das war aber immer noch nicht alles: Als Ergänzung meiner Hifi-Anlage habe ich mir einen Technics SA-200-Receiver geleistet, der aber noch seinen Funktionstest bestehen und gründlich gereinigt werden muss.


15 Aug 2008

Gespielt: Arx Fatalis

Es ist schon einige Zeit her, da sah ich in Hamburg bei Saturn eine leicht verstaubte und wenig beachtete Palette. Darauf: Arx Fatalis, in hundertfacher Ausführung, 2€. Verschwommen konnte ich mich an den Namen erinnern, und einen Testbericht, der das Spiel nicht schlecht bewertet hatte.

Wie so häufig in Rollenspielen, wacht man ohne Gedächtnis auf und muss sich mit der nicht zufriedenstellenden Gesamtsituation arrangieren. Und die ist: Die Sonne ist erloschen, die Oberwelt unbewohnbar geworden. Also rotten sich alle zusammen und ziehen in die gemütlichen alten Bergwerksstollen. Doch wie es nun mal so ist, kommt dann irgendein Oberbösewicht, will alles beherrschen, oder besser noch: zerstören. Und wie es der Zufall will, ist man natürlich der Auserwählte, der die ganze Suppe auslöffeln soll.

Die Hauptgeschichte ist also Standardware, wenn auch gut umgesetzt. Der Spieler hat eine große Handlungsfreiheit und es gibt eine unglaubliche Detailfülle. Man kann Brot backen, schmieden, Aktienhandel treiben und Personen verärgern, indem man nach Knoblauchkonsum mit ihnen spricht. Was mir besonders gut gefiel, ist das Magiesystem, bei dem man Symbole auf den Bildschirm malt (mittlerweile heißt diese Technik wohl “Mausgesten”) und durch deren Kombination unterschiedliche Effekte auslöst. An vielen Stellen im Spiel gibt es Rätsel, einige davon mit hohem Ich-guck-lieber-im-Internet-nach-einer-Lösung-statt-hier-noch-drei-Stunden-rumzuprobieren-Faktor.

Die Grafik ist nicht schlecht, wenn man von den Standards des Jahres 2002 ausgeht, allerdings aufgrund des Unterweltthemas sehr düster – ich habe beim Spielen den Gammawert erhöht, um etwas besser sehen zu können. Gut: Das Spiel läuft auch ohne CD, und Programmabstürze hatte ich auch keine.

Arx finde ich wirklich gut – es braucht sich nicht vor Gothic zu verstecken. Schade, dass es damals nicht die Beachtung fand, die es sicherlich verdient hat. Ich werde es auf jeden Fall wieder spielen.


10 Aug 2008

Gelesen: Otherland

Tad Williams, 1996 – 2001. Tetralogie (Bücher Stadt der goldenen Schatten, Fluss aus blauem Feuer, Berg aus schwarzem Glas und Meer des silbernen Lichts)

Inhalt: Reiche alte Leute wollen ewig leben und schaffen sich dazu ein virtuelles, aber real wirkendes Universum, in dem sie göttliche Macht haben. Dieses Otherland-Netzwerk hat aber einige Nebenwirkungen, die eine bunte Truppe Betroffener mehr oder weniger freiwillig dazu bringen, in das Netzwerk einsteigen, die virtuellen Welten zu erkunden und die Pläne der Netzwerkbetreiber zu vereiteln. Doch die ganze Sache ist größer als eigentlich gedacht…

Meinung: Spannend geschrieben. Alles im Otherland-Netzwerk ist virtuell – dadurch sind seltsame Welten möglich. In einer ist man winzig klein, in einer kann man fliegen, in einer läuft gerade der Krieg der Welten. So eine Freiheit ist bestimmt praktisch für den Autor, weil er sich austoben kann, ohne dass das Resultat an Glaubwürdigkeit verlieren muss. Von der Geschichte her sind einige Parallelen zur Neuromancer-Trilogie nicht zu leugnen. Ich bevorzuge jedoch Otherland, da die Handlung komplexer ist und alles besser passt. Otherland ist jetzt – nach dem Wüstenplanet-Zyklus – mein Lieblings”buch”.


9 Aug 2008

Ein kleiner Erfolgsmoment

Unglaublich, was mich heute bei meinem routinemäßigen Kontrollgang* auf dem Holm erwartete: Eine eindeutige Besserung zum Vorzustand. Schade nur, dass das alte Schild – mit der alten Unrechtschreibung – immer noch genau daneben steht.

(* Kontrollgang: Mit fotobereitem Handy einige Stellen abklappern, die mir vorher gute Hackpfannen beschert haben)

Nebenbei: Ich bin gerade frisch von meinem Dänemark-Urlaub zurück. Ich war mit einigen Schulkollegen eine Woche in Vrist, einem Ort mit dänischer Minderheit im dänischen Nirgendwo. Mal abgesehen vom Wetter ein wirklich toller Urlaub, den es sich zu wiederholen lohnt. Montag fange ich auch gleich wieder meinen Studentenjob bei Minimax an – also nur kurze Semesterferien für mich.


1 Aug 2008

Fundstücke

Was man nicht beim Aufräumen so alles findet… (Aus einer Chip-Ausgabe vom Juli 2001.)

Auch einiges Gelächter wert: Despair, Inc. – Ein Shop für Pessimisten. Besonders für alle Betreiber eines privaten Blogs interessant: Dieses Shirt.

Update, 17:26: Der HipZip auf dem Foto ist ein MP3-Spieler, der PocketZip / Clik!-Disketten als Datenträger benutzt hat. Eindeutig ein zukunftsträchtiges Gerät, zumal sich diese Disketten als ausgesprochen zuverlässig erwiesen haben *keuch*.