R42
R42 ist der Name des Programms, das Marc, Niels und ich im Zuge des Wahlpflichtfachs “Interface- und Interaktionsdesign” erstellt haben. Es ist eine sogenannte Multitouch-Anwendung, das bedeutet, das R42 primär nicht mit einer Maus, sondern mit Fingergesten bedient wird, und außerdem können mehrere Personen gleichzeitig R42 benutzen. Die erforderliche Einrichtung dazu, einen sogenannten Multitouch-Tisch, gibt es seit kurzem in der Fachhochschule.
R42 ist ein Programm zum Musikmachen. Töne werden als verschiebbare Kreise dargestellt. Tippt man einen solchen Kreis an, wird der Ton abgespielt. In der Mitte des Tisches gibt es eine Kreisfläche, auf dem sich eine “Radarlinie” bewegt. Töne innerhalb dieses Kreises werden abgespielt, wenn die Radarlinie sie berührt. Hintereinander liegende Töne werden hintereinander abgespielt – auf diese Weise lassen sich leicht “Melodien” erstellen.
Um den Zentralkreis gibt es vier Zonen. Verschiebt man einen Ton aus einer dieser Außenzonen in den Kreis, wird der Ton geklont. Die Außenzonen erfüllen aber auch noch andere Aufgaben.
- Links oben ist die “Aufnahmezone”: Mit dieser Zone können komplexere Töne aufgenommen werden, um sie später abspielen oder im Radarkreis platzieren zu können. Wird der Aufnahmeknopf gedrückt, werden alle Töne, die in dieser Zone abgespielt werden, aufgenommen. Wenn die Aufnahme beendet wird, entsteht ein neuer Ton-Kreis, der wie die anderen Töne verschoben, abgespielt und kopiert werden kann.
- Rechts oben ist eine Zone, die die Höhe von Tönen ändern kann. Dazu gibt es vier Buttons, die jeweils auf die Töne im Bereich rechts oben wirken: Halbton erhöhen und verringern, und Oktave erhöhen und erniedrigen.
Was für eine Höhe ein Ton besitzt, lässt sich durch seine Farbe ablesen: Die innere Farbe zeigt den Grundton, der Farbring die Oktave. - Links unten kann das Instrument gewechselt werden. Die beiden Buttons “blättern” dazu die Instrumente der Töne in der Zone vor oder zurück. Welcher Ton welches Instrument spielt, ist über das Symbol ersichtlich.
- Und rechts unten gibt es noch die “Systembuttons”: Laden und Speichern von je zwei Aufstellungen, sowie ein Button, der die Symbole der Buttons ausblendet. (Es hat sich nämlich gezeigt, dass durch die vielen Symbole auch schnelle Rechner schnell in die Knie gezwungen werden können)
Hörbeispiel gefällig? Hier gibt es den Start-Sound (die drei Kreise im Logo sind auch R42-Töne, die beim Programmstart abgespielt werden) mit unserer freien Interpretation von “Alle meine Entchen”. Bitte nicht über das Telefonklingeln wundern; das hat ein Scherzkeks in die Melodie gezogen.
R42 basiert auf Processing, einer Java-Bibliothek, die besonders für künstlerische Zwecke gedacht ist. Um die Multitouch-Auswertung kümmert sich TuioZones, und für die Soundgeschichten ist ProMidi zuständig. Was den Namen betrifft: Wir haben das Programm einfach so “R42″ genannt, bewusst ohne Hintergedanken. Viel mehr als eine Spielerei ist R42 ohnehin nicht.
Während der Projektpräsentation wurde auch gefilmt – mit etwas Glück und etwas mehr Zeit kann ich bald R42 in Aktion zeigen.

Juli 13th, 2009 at 8:45 pm
Hallo Fritjof,
die Programmnamensvergabe beeindruckt mich, leider bleibt die Frage offen, wie man diesen Programmnamen denn nun ausspricht? Ist es: Rzweiundvierzig oder etwas norddeutscher: Rzwoundvierzig oder ist es gar ein spartanisches: Rvierzwo?
Gruß axel_f
Juli 14th, 2009 at 2:10 pm
Hallo Axel,
wir haben uns natürlich für die komplizierteste Aussprache entschieden: Errzweiundvierzig!
Nebenbei: Mittlerweile ist der R42-Introsound auch zu meinem SMS-Klingelton geworden.