10 Aug 2008

Gelesen: Otherland

Tad Williams, 1996 – 2001. Tetralogie (Bücher Stadt der goldenen Schatten, Fluss aus blauem Feuer, Berg aus schwarzem Glas und Meer des silbernen Lichts)

Inhalt: Reiche alte Leute wollen ewig leben und schaffen sich dazu ein virtuelles, aber real wirkendes Universum, in dem sie göttliche Macht haben. Dieses Otherland-Netzwerk hat aber einige Nebenwirkungen, die eine bunte Truppe Betroffener mehr oder weniger freiwillig dazu bringen, in das Netzwerk einsteigen, die virtuellen Welten zu erkunden und die Pläne der Netzwerkbetreiber zu vereiteln. Doch die ganze Sache ist größer als eigentlich gedacht…

Meinung: Spannend geschrieben. Alles im Otherland-Netzwerk ist virtuell – dadurch sind seltsame Welten möglich. In einer ist man winzig klein, in einer kann man fliegen, in einer läuft gerade der Krieg der Welten. So eine Freiheit ist bestimmt praktisch für den Autor, weil er sich austoben kann, ohne dass das Resultat an Glaubwürdigkeit verlieren muss. Von der Geschichte her sind einige Parallelen zur Neuromancer-Trilogie nicht zu leugnen. Ich bevorzuge jedoch Otherland, da die Handlung komplexer ist und alles besser passt. Otherland ist jetzt – nach dem Wüstenplanet-Zyklus – mein Lieblings”buch”.


15 Jun 2008

Flohmarkt und sonst so

Heute war wieder Fördepark-Flohmarkt – leider wegen des wechselhaften Wetters sehr wenig los. Eine neue Hifi-Komponente (wie sonst so oft) habe ich nicht gefunden, dafür aber drei Platten: Pink Floyd – The Wall, Pink Floyd – Wish You Were Here und Alan Parsons Project – Tales Of Mystery And Imagination. Leider ist der Zustand nicht so toll: Der Cover und die Plattentaschen von The Wall sehen so aus, als ob sie nach einer Kellerüberflutung aussortiert worden sind, und bei Wish You Were Here sind die ersten zwei Minuten von Seite A nicht zu gebrauchen. Pech happens. Wenigstens ist letztens endlich ein gutes Exemplar von Pink Floyd – Animals bei mir angekommen. Im weitesten Sinne war das ein Geschenk von Paypal – Danke.

Ab und zu kann ich mich noch dazu durchringen, etwas zu lesen. Die Säulen der Erde habe ich kürzlich aufgegeben. Zwar ist es ganz nett geschrieben, aber es hat die erzählerische Raffinesse einer Seifenoper. Immer gibt es eine neue, diabolische Intrige, und nichts scheint mehr zu gehen – aber eine Lösung ist auch schnell gefunden. Das wurde mir irgendwie zu langweilig. Ersatz habe ich mit Otherland – Fluss aus blauem Feuer gefunden. Und bisher finde ich das Buch doch ziemlich spannend.

Jetzt gibts erstmal Mittag-Frühstück, und danach werde ich mich mit 3d-Modelling befassen müssen. Wirklich eine herrlich mühsame Arbeit.


24 Apr 2008

Gelesen: Antarktika

Nachdem ich von der Marstrilogie von Kim Stanley Robinson ja doch sehr begeistert bin, dachte ich mir, dass der Kerl wohl generell ganz gute Bücher schreibt. Also habe ich Antarktika gelesen.

Wirklich viel Handlung gibt es nicht. In der Antarktis tummeln sich diverse Gruppierungen, die eines Tages alle Ziel von Öko-Sabotage werden. Deswegen müssen einige Leute zu Fuß einige hundert Kilometer in der Antarktis hinter sich bringen. Tolle Wurst.

Das eigentliche Buch ist noch viel langweiliger, als sich die Kurzbeschreibung der Handlung anhört. Neben den eigentlichen “Handlungs”-Kapiteln gibt es solche, die nur die Landschaft beschreiben, oder “Tagebuch-Auszüge” früherer Antarktisforscher. Diese Kapitel habe ich ab etwa der zweiten Buchhälfte generell übersprungen, weil sie die Langweiligkeit von 90 Minuten Audiotechnik-Vorlesung mit nur ein paar Textseiten locker übertreffen.

Insgesamt kommt mir das Buch wie ein schlechter Abklatsch der Marstrilogie vor: Ein Bisschen Gesellschaftstheorie, etwas Überleben in feindlicher Umwelt. Robinson scheint eine Vorliebe für heiße Bäder und kleine, mysteriöse ältere Frauen zu haben: Auf dem Mars ist Hiroko eine der wichtigsten Personen, in der Antarktis eine gewisse May Li (oder so). Wer die Marstrilogie kennt, wird noch mehr Recycling in Antarktika finden.

Dieses Buch werde ich GARANTIERT nicht nochmal lesen. Allerdings nur unter der Bedingung, dass ich mich ein Leben lang daran erinnern kann, es nicht zu tun.


19 Apr 2008

Gelesen: Mars-Trilogie

Bei meinen Expeditionen durch die Klassiker im SciFi-Regal der Stadtbibliothek bin ich über die Marstrilogie (die Bücher Roter Mars, Grüner Mars und Blauer Mars) von Kim Stanley Robinson gestolpert. Schon nach den ersten paar Seiten im ersten Buch stand für mich fest, auch noch die restlichen zu lesen.

In der Trilogie geht es um die Kolonisierung des Mars und die Auswirkungen davon. Beschrieben wird das Leben der “Ersten Hundert” über die Jahre (bzw. nach der Langlebigkeitsbehandlung: Jahrhunderte). Nach und nach treffen immer mehr Menschen auf dem Mars ein. Die Marsbewohner versuchen, die Probleme der Erde nicht auf ihren Planeten gelangen zu lassen; die Erde steht aber vor dem Abgrund. Es kommt zu Konflikten zwischen den politischen Fraktionen, Mars und Erde und den Konzernen, die einen Großteil der Kolonisierung an sich gerissen haben.

Die Handlung beginnt in sehr naher Zukunft (Marslandung anno 2026), und alles wirkt einigermaßen plausibel (obwohl ich bezweifle, dass NASA usw. bis dahin überhaupt einen festen Plan für den Mars haben). Viele der ersten Hundert sind Mitte der 1980er geboren worden – dass sie mindestens 200 Jahre leben ist durchaus interessant. Geschrieben ist alles in einer Mischung aus Handlung und Exkurs - genau mein Fall. Es gibt Karten des Mars und der Handlungsorte (allerdings kann es manchmal helfen, Google Mars nebenbei laufen zu lassen).

Diese Bücher kommen auf jeden Fall auf meine Immer-wieder-lesen-Liste. Besser is das.


1 Apr 2008

Inzwischen gelesen: Neuromancer-Trilogie

Bücher: Neuromancer, Biochips, Mona Lisa Overdrive

Autor: William Gibson
Jahre: 1984, 1986, 1988

Neuromancer: Ein Hacker wird rekrutiert, einer KI zu helfen, aus ihrer Programmierung auszubrechen.

Biochips: Im Cyberspace erscheinen mysteriöse Gestalten, für die sich mehrere Parteien interessieren.

Mona Lisa Overdrive: Führt die Handlungsstränge der ersten beiden Bücher zusammen.

Spannend erzählte Handlung; aber was ich spannender finde, ist die geschilderte Welt: Postindustriell, zweigesichtig, technisiert aber dennoch im Verfall, cyberpunkig (sorry für dieses Wort).

Jeder, der Matrix Teil 1 kennt, wird diverse Sachen aus dem Neuromancer-Universum dort wiedererkennen; eine Matrix, Cyberspace, KI, Hacker Heldentum, eine morbide Umwelt und eine gewisse Ignoranz gegenüber allgemeinen Tatsachen der Computertechnik. Gibson hatte wirklich keine Ahnung davon – das hat ihn aber nicht davon abgehalten, trotzdem darüber zu schreiben.

Alle drei Bücher empfehle ich jedem, der Matrix mag, oder auch sonst Science-Fiction gut findet. Ich werde sie vielleicht auch irgendwann mal wieder lesen, vielleicht auch nicht.


30 Jan 2008

Inzwischen gelesen: American Gods

“Inzwischen” bedeutet hier: In der großen Lücke von etwa einem halben Jahr zwischen meiner alten Internetseite und dieser neuen.

Autor: Neil Gaiman, Erscheinungsjahr (glaube ich) 2001.

Geht darum, dass in den USA ein Krieg im Verborgenen herrscht. Unter den Menschen leben diverse Götter und Sagengestalten, die mit den Einwanderern aus aller Welt nach Amerika gekommen sind. Diesen “alten” Göttern geht es schlecht, weil sie langsam in Vergessenheit geraten, und weil sie von neuen Göttern (Straßen, Internet, Medien, Technik, Autos,…) verdrängt werden. Ein Typ namens Shadow wird von Wednesday (alias Odin) als Helfer der alten gegen die neuen Götter rekrutiert. Dabei gerät er zwischen die Fronten.

Interessant am Buch ist, wie der Autor den Leser am Nasenring leitet und ihn am Ende durch eine Lösung überrascht, die so oft im Buch angesprochen wird, dass man sich beinahe verarscht fühlt, dass man nicht vorher schon drauf gekommen ist. Auch wird ziemlich deutlich, dass das Buch vor 9/11 geschrieben wurde, weil es doch auch recht … amerikanisch ist.